Offener
Brief an die Leitung des ORF
Hannes Sprenger und Florian
Bramböck initiierten im Sommer 2009 gemeinsam eine Aktion,
die in Form eines offenen Briefes an die Leitung des ORF in Wien
gegen den bekanntgewordenen Plan protestiert, nach der Pensionierung
des langjährigen Leiters der Abteilung Ernste Musik
im Landesstudio Tirol, Wolfgang Praxmarer, dessen
Stelle nicht nachzubesetzen und die Abteilung aufzulassen. Bis Ende
des Jahres unterstützen 432 Mitunterzeichnerinnen und
Mitunterzeichner sowie 7
Institutionen und Vereine, denen
ca. 200-250 Personen angehören, also insgesamt zwischen 600
und 670
Personen das Anliegen – Musik- und Kulturschaffende, Musik-
und Kulturinteressierte aus allen Teilen der Bevölkerung, aus
ganz Österreich, Deutschland, Italien, der Schweiz und den
USA.
Die Initiative
kursierte, um Unterstützung zu finden, im Internet, und bereits
während dieser Zeit berichtete die Tiroler Tageszeitung
am 7. Juli über den Brief und veröffentlichte mittels
Zitaten wesentliche Teile seines Inhalts.
Anfang August
versicherte Prof. Alfred Treiber,
Kultur- und Programmchef von Ö1, in einem persönlichen
Schreiben an Hannes Sprenger, daß er die »...Sorge
um den Bereich Neue Musik...gut verstehe...« und daß
die diesbezüglichen Bemühungen des ORF durch die Pensionierung
von Wolfgang Praxmarer nicht kleiner würden.
»In
die Personalpolitik eines Landesstudios kann und will ich mich nicht
einmischen, aber Ihre Erläuterungen über die gesellschaftliche
Relevanz der Musik teile ich selbstverständlich vollinhaltlich.
Die "Verdrängung der Neuen Musik" wird in Ö1
nicht stattfinden, auch wenn Ihre Einschätzung, dass gerade
diese Musik den "einzigartigen Traum-Einschaltquoten"
entscheidend hilft, nicht stimmt. Das Gegenteil ist der Fall.«
Dieser
Passus ist unverständlich, in dem offenen Brief ist von der
erwähnten Einschätzung und "Traum-Einschaltquoten"
nicht die Rede.
»Aber
die ORF-Geschäftsführung und Ö1 bekennen sich selbstverständlich
zum öffentlichen Auftrag, daher sind die Einschaltquoten, auf
die wir sehr stolz sind, nicht immer von relevanter Bedeutung.«
Leider
hat der ORF das Anliegen von an die 670
Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern nicht berücksichtigt
und die Stelle nicht nachbesetzt.
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